Begonnen hat die Blütezeit der Teutonia wie bei vielen anderen Vereinen auch nach dem 2. Weltkrieg. Seit dieser Zeit ist bei der Teutonia neben dem Gesang schon immer die wichtige Komponente der Unterhaltung gepflegt worden.

In vielen Theaterstücken die in den 50er, 60er und 70er Jahre aufgeführt wurden, haben die Teutonen den Beweis erbracht, dass sie nicht nur sehr gut singen können. Da haben sich viele einen immerwährenden Ruf erworben, was natürlich auch an den Gesangseinlagen gelegen hat. Seit der Wiederbelebung Ende der 40er Jahre hat die Teutonia in nahezu 40 Wettbewerben gezeigt, dass sie den guten und gepflegten Gesang beherrscht.
Die Generation der wir diesen Aufbau zu verdanken haben ist auch heute noch in allen Stimmen vertreten.

Die Verbindung zwischen den Generationen war schon immer gegeben. Vor und nach den Proben sowie in den Pausen sitzen manchmal gut und gerne 250 Jahre Gesang der Teutonia an einem Tisch. Und da macht es auch nichts wenn manches Werk in fremder Sprache erlernt werden muss und sich dabei auch die jüngeren schwer tun. Für die „junge Hüpfer“ sind gerade die Alten der Beweis was in der Teutonia los war und noch immer ist. Da ist es zuerst einmal unwichtig in welchem Rahmen etwas stattfindet, denn die wichtigste Komponente in einem Verein  ist der innere Zustand und Zusammenhalt, sozusagen das Innenleben eines Chorvereines welcher bei der Teutonia sehr stabil ist. Natürlich bedeutet es nicht das immer alles in Butter ist – aber man kann sich schnell wieder einigen und gerade darauf sind wir Teutonen so stolz. Das ist so nach 100 Jahren und wenn möglich noch viele Generationen nach uns.
Über herausragende Gegebenheiten in der 100Jährigen Geschichte berichtet die Vereinschronik. So hat die Teutonia Bernbach Konrad Adenauer im Jahr 1963 ein Ständchen gebracht. Und im Jahre 1963 hat die Teutonia in Ludwigsburg bei der „Neuen Chormusik“  den Hessischen Sängerbund vertreten. Bis zu vier Proben pro Woche waren damals in der Vorbereitungsphase keine Seltenheit. Lobeshymnen gab es nach der Rückkehr in der Presse, die die Vorträge der Teutonia lobte.
In diese Reihe passt auch die intensive Pflege der Freundschaft und Partnerschaft zur Philomena Haelen, die die 70er Jahre beherrschte.1975 schrieb mit der Teutonia erstmals ein Laienchor einen Kompositionswettbewerb aus. Viele namhafte Komponisten nahmen daran teil und die bundesweite Bedeutung dieser Idee führte schließlich dazu, dass Kompositionen aus diesem Wettbewerb beim Wettstreit der Teutonia gesungen wurden und auch die Teutonen ihrerseits Werke von teilnehmenden Künstlern sangen.
Im Jahr 2000 hat die Teutonia mit der Teilnahme an der 1. Chorolympiade zum ersten Mal an einem internationalen Wettbewerb teilgenommen und die Sänger kehrten mit einem Silberdiplom zurück, was angesichts der Konkurrenz sicherlich als überragendes Ergebnis bewertet werden muss. Das hat gezeigt, dass sich die Teutonen nicht vor anderen Chören aus Europa zu verstecken braucht.

Bei dem Dorffest zum 1150 jährigen Bestehen von Bernbach hatte die Teutonia als Kellermeister agiert und Quartier bei Vereinsmitglied Reiner Kunzmannn bezogen. Auch das ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte, der noch lange in Erinnerung bleibt.

Interessant ist sicher auch, dass die Teutonia seit dem 2. Weltkrieg mit Herbert Schmidt erst den vierten Vorsitzende an der Spitze hat. Davor waren Konstantin Aul, Willi Trageser und Josef Hanselmann die führenden Leute. Schmidt allerdings übertrumpfte und übertrumpft sie alle. Er ist seit über 25 Jahren im Amt. Dafür erhielt er den Landesehrenbrief des Landes Hessen. Diese Auszeichnung für seine außergewöhnlichen ehrenamtlichen Leistungen wurde Ihm an einem denkwürdigen Sonntagvormittag nach dem Kirchgang der Teutonia verliehen. Und das schönste: er wusste vorher nichts davon!

Eine Zeitenwende wurde Ende 2005 eingeleitet, als Willy Trageser ankündigte, nach nun 50 Jahren als Dirigent bei der Teutonia aufhören zu wollen. Es galt einen adäquaten Nachfolger zu finden, was nicht einfach war, aber dennoch gelang. Herrn Trageser haben wir viel zu verdanken und sind froh, dass seine Leistungen auch in der Gesellschaft durch mehrere Ehrungen gewürdigt werden. Zum Beispiel durch das Bundesverdienstkreuz und den Kulturpreis des Main Kinzig Kreises.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2007 übernahm Axel Pfeiffer den Dirigentenstab bei den Teutonen. Rasch gewöhnte man sich aneinander und Axel war sogar damit einverstanden, dass im Jahre 2007 in Somborn gemeldet wurde. Bei diesem ersten Wettstreitauftritt holten sich die Teutonen alle ersten Preise und dieser Erfolg wurde entsprechend gefeiert.

Diese Erfolge wiederholten wir in den Jahren 2008 und 2009, wo wir bei Nationalen Chorwettbewerben in Morsbach und Wenden jeweils Klassen, Ehren, Höchsten Ehren- und Meisterpreis mit Tageshöchstleistung erreichten. Der Übergang scheint also nahtlos gelungen und die Verantwortlichen der Teutonia sind froh, dass der Gießener die musikalische Leitung bei der Teutonia hat und diese mit großem Engagement ausfüllt und enorm viel Herzblut investiert.

Die Teutonia steht jetzt an der Schwelle zu einem neuen Jahrhundert. Wird es noch ein Jahrhundert werden für die Teutonia? Werden die Gemeinschaften und Vereine in den kommenden Jahrzehnten weiterhin diese Bedeutung haben wie jetzt? Wird es vor allem Menschen geben die sich ehrenamtlich engagieren und Vereine oder Gemeinschaften führen?

Den Antworten zu diesen Fragen blicken wir optimistisch entgegen, da wir mit vielen jungen und engagierten Sängerinnen und Sängern in die Zukunft blicken.

 

Abschließende Worte eines spanischen Dichters Miguel de Cervantes (1547-1616):
„Guten Menschen Gesellschaft zu leisten ist die beste Methode, selbst ein guter Mensch zu werden.”